Buchs, ein Problem?

Buchs, botanisch Buxus genannt, erlebte seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts bis ca. Ende der 10er Jahre unseres Jahrhunderts ein Popularitätshoch, welches kaum je ein anderes Gartengehölz in diesem Ausmass erreichte. Nun ist diese Pflanzengattung seit mehreren Jahren stark in Verruf gekommen, nicht allein nur wegen des Buchsbaumzünslers, sondern auch wegen des in etwa zur gleichen Zeit starken Auftretens von Cylindrocladium buxicola, dem Buchsbaumsterben und dem weniger gefährlichen Buchsbaumrost, Puccinia buxi. Heute will deswegen bald niemand mehr etwas von Buxus als Zierpflanze hören.

Wir haben jedoch unser Buxus-Sortiment schon Jahre vor dem Auftreten dieser Buchsbaumschädlinge in der Schweiz kultiviert und angeboten und sind natürlich durch die enorm schnelle Ausbreitung dieser Schadorganismen (der Globalisierung sei Dank!) ebenfalls mit denselben konfrontiert worden. Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch wir sind nicht darum herum gekommen Insektizide gegen die Raupen des Buchsbaumzünslers zu spritzen. Aus den mitlerweilen schon mehrjährigen eigenen Beobachtungen und Erfahrungen, wie auch solchen von unseren Kunden bezüglich des Zünslerverhaltens, konnten wir schon einige Erkenntnisse gewinnen welche wir an dieser Stelle gerne an Gartenbesitzer mit Buxus Exemplaren im Garten weitergeben möchten, zum Schutz und Erhalt dieser Pflanzen, wie auch mit Tipps zum vernünftigen Umgang beim pflanzen von neuen Buxus.

Generell haben wir festgestellt, dass es jährlich meist zwei starke Zyklen beim Auftreten der Buchsbaumzünslerraupen gibt. Das erste Auftreten kann man meist im frühen Frühling ca. März - April diagnostizieren. Unserer Erfahrung nach sind die Frassschäden dabei meist gering bis unmerklich. Den zweiten Zyklus stellen wir im August fest und bei diesem Auftreten sind die Raupen dann oft massenhaft vorhanden und können Buchspflanzen innert weniger Tagen stellenweise oder ganz kahl fressen. Ob nun ein Insektizideinsatz notwendig ist kann durch eine Kontrolle während dieser beiden Zyklen anhand der zahlenmässigen Häufung des Raupenauftretens einigermassen abgeschätzt werden. Spritzmittel gegen die Zünslerraupen erhalten Sie in Gartenfachgeschäften, meist werden dort klassische, wie auch biologische Mittel angeboten.

Nun interessiert natürlich Gartenbesitzer, die an ihrem Buchs Freude haben sicher die Frage, ob es denn keine Buchssorten gibt, die nicht befallen werden. Nach unseren gemachten Erfahrungen muss ich sagen nein, aber es gibt bedeutende Unterschiede beim Befallsdruck. Ganz klar sind kompakt wachsende Sorten, wie: B. semp. 'Suffruticosa' und andere meist viel stärker befallen als locker wachsende Sorten. Praktisch keinen Befall hat bisher lediglich die Sorte B. microphylla 'Trompenburg' gehabt. Diese Sorte wächst recht bizarr und hat einen offenen Wuchs, was dem Zünsler offenbar nicht behagt. Auch ein Befall des Pilzes Cylindrocladium buxicola, dem Buchsbaumsterben haben wir bis jetzt nicht feststellen können, obwohl ganz in der Nähe befallene B. sempervirens gestanden haben. Auch die Sorte B. microphylla var. koreana, die ebenfalls einen lockeren Wuchs zeigt, wird bei uns höchstens einmal streifend befallen und einen Befall von Cylindrocladium buxicola haben wir bei dieser Sorte noch nicht festgestellt. Bei den Sorten von Buxus sepervirens, dem heimischen Buchs scheint der Befall mehrheitlich davon abzuhängen, wie die Lage des Pflanzplatzes gewählt wurde. Bei sonnig trockenem Stand werden sie meist stärker befallen als bei kühlem, schattigen Stand, was aber nur als Hinweis aufzufassen ist, da sich auch in umgekehrter Weise an solchen Stellen Kahlfrass oder eben Befallsfreiheit finden lässt.

Kann man nun also noch Buxus pflanzen oder soll man darauf lieber verzichten? Diese Frage muss schlussendlich jeder Gartenbesitzer für sich selber entscheiden, zum Bedenken möchte ich ich nur folgende Vergleiche anfügen: Verzichten sie auf das Pflanzen eines Aprikosenbaumes, weil er möglicherweise durch den gefürchteten Moniliapilz partiell oder ganz absterben kann, oder würden sie wegen des Dickmaulrüsslerbefalls auf das pflanzen eines Rhododendrons verzichten? Oder pflanzen sie im Gemüsegarten keine Kartoffeln, weil die Ernte eventuell durch die Krautfäule vernichtet werden kann? Wir sind der Meinung, dass der massvollen Verwendung von wenig anfälligen Sorten nichts entgegen steht.

 

 

 

 

 

 


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