An dieser Stelle möchten wir Sie mit ein paar grundsätzlichen Gedanken zur Gartengestaltung konfrontieren, so wie wir diese aus langjährigen Praxiserkenntnissen gewonnen haben.
 
Auf was kommt es nun an, damit mit einer Gartengestaltung das erreicht wird was uns Vorschwebt, oder an was liegt es, wenn uns das Resultat einer Gestaltung nicht ganz befriedigt.
 
 
 
 
Grundsätzliche Gedanken zur Gartengestaltung
 

Obwohl wir ein produzierender Betrieb des Gartenbaus sind, ist es uns ein Anliegen, dass unsere Pflanzen nicht irgendwo im Garten gepflanzt werden, erstens aus dem einfachen Grund, weil jede Pflanze nur in ihrem bestimmten Milieu gut gedeihen kann und zweitens aus der Tatsache heraus, dass  eine gute Gestaltung mit Stauden nur zu erreichen ist, wenn  deren Eigenschaften mit jenen der benachbarten Gewächse so übereinstimmen, dass eine allseitige Entwicklung möglich ist.
Eigene Vorstellungen und Ideen können deshalb nur dauerhaft verwirklicht werden, wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, dadurch erhalten dann auch Gartenvorstellungen über das Pflanzjahr hinaus einen Bestand.

Dass die Zielsetzungen bei jedem Garten wieder anders sind ist so natürlich, wie auch das, dass jeder Mensch seinen Wohnraum wieder anders einrichtet als ein anderer. Nichts desto Trotz gibt es aber bei beiden Gebieten Grundstrukturen ohne die keine wirkliche Gestaltung geschehen kann. Bei der Wohnung ist es eine Einteilung der benutzten Räume in Wohnzimmer, Bad, Küche und Schlafzimmer und im Garten ist dies die Einteilung in Wege; Plätze, Rasenflächen, Mauern,  und eben denjenigen Flächen die Bepflanzt werden sollen.

Die grundsätzliche Gestaltung des Gartens muss jeder nach seinen Bedürfnissen selber einteilen. Wir möchten nur da behilflich sein, wo es um das Bepflanzen von Gartenflächen geht. Trotzdem überschneidet sich dies aber auch mit der topografischen Gestaltung eines Gartens, denn die Wirkung der Pflanzen, wie auch der Einbezug oder die Kaschierung von Gestaltungselementen sind eng mit der Bepflanzung verbunden. Deshalb möchte ich hier auch kurz etwas zur Bodengestaltung des Gartens sagen. Meist wird diesem Thema zu wenig Rechnung getragen, so dass auch die beste Pflanzengestaltung an Wirkung und Begeisterung verliert.

 

Bodentopografie
 

Viel zu oft wird heute die Gartenlandschaft, besonders in Hanglagen, stark terrassiert, sei es mit Natursteinblöcken, Granitstelen oder Betonelementen, oder die Ausebnung wird einfachheitshalber durch riesige und steile Böschungen erreicht, die dann schwierig zu pflegen sind. Durch diese Vorgehensweise benimmt man sich aber die kleinräumige Modellierung mit abfallenden und ansteigenden Flächen des Gartenterrains, aber gerade mit diesen Möglichkeiten erhält ein Garten das Reizvolle und Abwechslungsreiche in der Gestaltung. Schon eine simple Rabatte entlang eines Weges oder einer Mauer, die seitlich hinweg leicht ansteigt, gewinnt ungemein an Reiz. Unbewusst fühlt man sich dabei weit mehr "im Garten drin", als bei einer mit dem Weg niveaugleichen Bodengestaltung. Ebenso kann auch die zerschneidende Linie einer längeren, kleinen Stützmauer durch Unterbrechung  unbedeutender werden, wenn vor der Mauer eine an die Mauer hin ansteigende kleine Pflanzfläche angelegt wird oder auch nur mit einzelnen Pflanzen die davor gepflanzt werden.

   
          Die von der Mauer hinweg ansteigende Topografie verleiht dieser                  vortefflichen Bepflanzung einen umgebenden Charakter, da                            fühlt  man sich zu Hause
 
 
 
         Obgleich die Pflanzenzusammenstellung hier sehr gut gewählt                          ist, wirkt wegen der fehlenden Topografie die Pflanzfläche wenig                  einladend zum Verweilen.
 
   
             Die dominierende Mauer weist den blühenden Garten in                                  Schranken, sozusagen eine Blumeninsel in Isolationshaft.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
       Diese alte Stützmauer wird von den davor gepflanzten Farnen                         so verdeckt, dass man sie im hinteren Teil gar nicht mehr wahrnimmt.
               
 
   

Oftmals wirkt aber eine Stützmauer bloss deshalb dominierend, weil die Auffüllung dahinter weit unterhalb der Mauerkrone liegt. Desgleichen ist es auch bei Stellriemen die einen Weg zur Rabatte hin begrenzen. Liegt das Erdreich hinter dem Stellriemen nur 10cm unter dessen Oberkante, so wirkt dieses als Trennlinie und zugleich auch als in den Boden versunkene Fläche, liegt hingegen das Niveau des Erdreichs knapp kantenbündig am Stellriemen, so wirkt der Stellriemen mehr wie eine Umfassung der Pflanzfläche, der die Fülle der Rabatte hält und sie nicht vom Weg abtrennt.

Auch Gartentreppen werden leider meist so angelegt, dass deren Auftrittskanten einiges über der Böschungsfläche zu liegen kommen, das lässt die Treppe aber als ein "aufgetragenes Fremdelement" erscheinen. Wird die Treppe aber so erstellt, dass die Auftrittsvorderkanten seitlich mit der Böschungsfläche in etwa auf gleicher Höhe liegen so ist diese im Garten eingebettet und wirkt nicht fremd, allerdings benötigt sie aber dann an den Wangenseiten eine Einfassung damit das Erdreich nicht auf die Trittfläche rieselt.

   
        Wie ein Fremdkörper ragt diese dunkle, auf dem Hang                  liegende Treppe, den Garten zerschneidend in die Höhe.                    Wie leicht schwingt sich dagegen diese helle, eingebettete                                Treppe den blumenbesäumten Hang hinauf.
   

Oft wird auch bei ausgeebneten Terrains an dessen Ende eine abfallende Böschung grenzt, eine Rabatte erstellt. Da bei der Gestaltung solcher Terrains der Humus bis zur Böschungskante völlig plan gezogen wurde, ist es die logische Folge, dass sich die ebene Fläche zur Böschungskante hin innerhalb der nächsten Jahre stärker senken wird als die übrige Fläche, da sich erfahrungsgemäss Erdmaterial am Kantenbruch besonders stark senkt. Die Folge davon ist, dass man beim Betrachten dieser Fläche das Gefühl bekommt der ganze Garten rutsche langsam die Böschung hinunter. Mit einem Anstieg der Fläche zur Kante hin wird sich aber ein gegenteiliges Gefühl einstellen, nämlich jenes des gehalten und eingefasst seins, ja ein Gefühl, dass man sich mitten im Garten befinde. Alle diese Topografischen Details machen einen Garten reicher und lebendiger.

 

 
Lichteinwirkungen
 

Zumeist ist es uns nicht bewusst, welchen Stellenwert der natürliche Lichteinfall im Garten bei einer Betrachtung desselben inne hat. Am bemerkbarsten, ja sogar meist erst dann spontan feststellbar wird dieser in einem Garten den man zuvor noch nicht kannte. Betrachtet man daselbst diesen Garten beim Licht der niedrig entgegenstehenden Sonne, so sind wir begeistert von dessen Gestaltung, weil beinahe jede Kontur der Gewächse in einem Lichtflor erstrahlt, der uns in Begeisterung versetzt. Sehen wir uns den gleichen Garten aus der gleichen Perspektive zu einem anderen Tageszeitpunkt an, womöglich noch bei einem bedeckten Himmel, so können wir oft kaum verstehen was uns das erste Mal so in Begeisterung versetzen konnte. Aus dieser Feststellung resultiert dann, dass auch das Licht ein wesentliches Gestaltungselement ist, indem es mit Konturen, Kontrasten und Hervorhebungen das gestalterische Bild verändert.

Auf Grund dieser Erkenntnis kommen im Garten auch vermehrt Spotlampen und Scheinwerfer zum Einsatz, Mittel die diesen Reiz zwar noch erhöhen, aber gleichzeitig durch das jederzeitige hervorrufen desselben, diesen auch verflachen lassen. Deshalb ist es sinnvoller, dies der Natur zu überlassen, die zwar nicht so verlässlich ist, wie ein elektrischer Schalter, dafür bleibt uns die Freude und die Dankbarkeit bei einem solchen Ereignis aber auch länger erhalten und es wird zudem kein unnötiger Strom verbraucht.

Der natürliche Lichteinfall in den Garten ist vom jeweiligen Standort des Grundstücks gegeben und lässt sich nicht gross verändern, aber wir können diesen beachten und die Gestaltung so wählen, dass wir diesen nicht hemmen oder wo möglich diesem bei der Planung eine gewisse Beachtung schenken. Was das Sonnenlicht alleine schon bewirken kann, können wir selbst feststellen, wenn wir eine Rabatte von zwei verschiedenen Seiten her (mit dem Lichtstrahl oder gegen diesen) betrachten. Wie uns dabei die gleiche Rabatte so völlig verschieden anspricht, lässt sich an untenstehenden Fotos verdeutlichen. Beide Fotos sind zeitgleich entstanden. Hierbei kommt noch zum Tragen, dass in der einen Richtung ein dunkler, heckenartiger Hintergrund diese Wirkungsverschiedenheit noch deutlich erhöht.

   
      Zwar schön bepflanzt, aber etwa in Richtung des Sonnenlichts auf-genommen, wirkt die Bepflanzung weit weniger dramatisch als neben an           Frappanter könnte der Unterschied kaum sein, hier die gleiche Rabatte zur gleichen Zeit aufgenomen, aber hier im seitlichen Gegenlicht.
   

Mit diesem Beispiel möchte ich bloss verdeutlichen, dass es ganz und gar nicht nur auf die blossen Gestaltungselemente (Pflanzen, Steine, Mauern etc.) im Garten ankommt, sondern dass Lichteinfall und Topografie ebenso stark wirkungsbestimmend sind, wie die Pflanzenwahl selbst. Dass man beim Gestalten des Gartens diese Faktoren nicht alle zugleich mitberücksichtigen kann versteht sich fast von selbst, aber es ist gut so man dies weiss, denn es ergeben sich immer wieder Situationen, wo man das eine oder andere verstärkt in Berücksichtigung bringen kann oder aber bei einem Vergessen desselben, schneller auf die Ursache trifft, wenn einem an der Gartengestaltung etwas störend entgegen tritt.

 
Gestalten oder dekorieren?
 

In diesem Zusammenhang möchte ich grundsätzlich noch kurz etwas über den Unterschied dieser beiden obigen Begriffe sagen. Immer mehr stellt man nämlich fest, dass heutige Gärten bloss mit Pflanzen dekoriert werden und keine wirkliche Gestaltung erfahren. Dekoration ist im eigentlichen Sinne bloss Schmuck. Schmuck ganz generell kann zwar etwas, sei es ein totes oder lebendiges Objekt, optisch aufwerten, aber er kann nicht etwas was mangelt ersetzen, sondern lediglich vom Mangel ablenkenn.

So kann beispielsweise eine grosse, nüchterne Hausfassade mit nur zwei kleinen Fenstern und einer dunkelgrauen Fassadenfläche wohl mit Balkonkistchen vor den Fenstern, darinnen sich Sommerflor in hellen, warmen Pastellfarben befindet, selbige erträglicher machen, aber schön empfinden wir diese trotzdem nicht, der Mangel an Fenstern und die düstere Fassadenfarbe bleiben. In den heutigen Gärten, wo meist übergrosse Schotterflächen den Boden bedecken aus denen dann einzelne Pflanzen wie Relikte aus einer lebendigeren Zeit herausragen, machen zwar diese Flächen etwas erträglicher aber anderseits stehen diese Pflanzen wie erbarmungswürdige Einzelindividuen verloren inmitten solcher Steinwüsten, eben weil sie nichts mit dieser Fläche verbindet.

        Was dieser Zaun hier schützen muss ist unklar, ja aus erbarmen könnte jemand vielleicht dieses Pampasgras in den eigenen Garten überführen wollen.                   Noch verlorener könnten diese beiden                                              Zwergkiefern wohl nirgends stehen.
   

Das Verbindende, das Zusammenfliessen einerseits und das auseinander Hervorgehende anderseits macht aber die Lebendigkeit aus und ist zugleich auch die Gestaltung mit dem Lebendigen. Jede bloss für sich alleine dastehende Pflanze, aber auch Ansammlungen von verschiedenen Pflanzen, die klare Aussenformlinien haben, sind Dekorelemente denen die Lebendigkeit abgeht und die sich im Garten wie Statuen ausnehmen. Pflanzen ohne starre Aussenformen sind hingegen für sich schon lebendiger und können mit ihrer offenen Form eine Verbindung mit einer andern Pflanze eingehen, sofern sie in irgendeinem oder auch mehreren Punkten mit dieser Wesensverwandt ist. Das Verbindende und fliessende macht die Gestaltung aus, fehlt dies, so fehlt auch die Lebendigkeit und ein solcher Garten wirkt dann wie eine Theaterkulisse, zwar im Moment recht ansprechend aber schon nach kurzer Zeit wird man davon gelangweilt und man sehnt sich nach einem neuen Bild. Da Pflanzen für sich alleine schon Lebewesen sind, und sich ihre Gestalt im Laufe der Jahre individuell entwickelt, so möchten wir mit ihnen keine Theaterkulissen formen, sondern sie zu lebendigen Gemeinschaften zusammen verbinden.

   
                Plastischer kann man das ineinaderfliessen, wie auch      das sich daraus Hervorhebende einer Pflanzung kaum darstellen.        Dieser Plattenweg führt durch die Gartenlandschaft, ohne diese     zu trennen. Auf beiden Seiten säumt die gleiche Gestaltung den Weg.
   
   
   
           Eine Kleinidylle am Fusse eines Mammutbaumes, kaum         merklich fliesst die Bepflanzung in den Pflästerbelag über und         hebt damit diese Trennlinie optisch auf.      Eine harmonische Verbindung zwischen Mauer und Bepflanzung. Fraglos stütz hier die Mauer die üppige Staudenfülle und trennt diese nicht ab vom unten legendem Platz.

 

 
 
Pflanzliche Gestaltung
 

Hier eröffnet sich für jeden Pflanzenfreund ein riesiges Feld an Möglichkeiten von Gestaltungsideen, denen kaum Grenzen gesetzt sind. Jeder sieht das Ideal seines Gartens zwar etwas anders und deshalb gibt es auch unzählige Gartentypen, die uns auf irgendeine Weise ansprechen können, auch wenn man sie selber anders gestalten würde.

Unser Ziel beim Gestalten mit Stauden und Gehölzen (reine Staudenpflanzungen wirken bei grösseren Flächen nur im Sommerhalbjahr gestaltet, danach fehlt ihnen das konturgebende Element, nämlich die ganzjährig wahrnehmbaren Gehölze, die den Raum nicht nur gliedern sondern ihm auch Gestalt geben) ist es eine Art Landschaft zu formen in welcher alles miteinander korrespondiert ohne dabei einem bestimmten Landschaftstyp nach zu gehen, im Gegenteil, es ist schön und reizvoll, wenn beispielsweise eine Staudenfläche die sich zu einer Gehölzgruppe hinzieht ihren Charakter von der blütenreichen Fülle, hin zu einer mehr ruhigen Waldsaumgesellschaft wechselt in welcher mehr Gräser und blattwirksame Stauden wie Euphorbia amygdaloides, Heuchera, Epimedium, Pulmonaria und andere dominieren.

Ebenso, wie eine natürliche Landschaft über das ganze Jahr hin reizvoll ist, so sollte es auch der Garten sein. Deshalb haben wir bei unseren Gestaltungsplanungen auch immer ein Augenmerk auf den Winteraspekt von Stauden, das heisst aber nicht, dass diese unbedingt immergrünes Laub besitzen müssen, wenngleich dies eine grosse Relevanz für den Winteraspekt darstellt, genauso gut kann auch ein strohfarbenes Ziergras, welches im Winter stehen bleibt wie Pennisetum, Calamagrostis oder Miscanthus, oder auch das farbige Winterlaub von Bergenien oder Epimedium von grossem Wert für den winterlichen Garten sein.

   
            Kaum zu vermuten, diese Aufnahme ist im Januar entstanden,   Dianthus, Aurinia sax., Lavandula und Muscari bilden hier die winterliche Pflanzendecke, welche der kalten Jahreszeit eine Gemütlichkeit verleiht.         Auch dies ist ein Winterfoto und zeigt einen Staudengarten mit reichem Kleingehölz Anteil. Kaum ein Flecken offener Boden ist hier zu sehen und dennoch blühen hier im Sommer zahlreiche Schmuckstauden.
 
   
               Krasser könnte der Unterschied zu den obigen beiden Bildern                         nicht ausfallen, eine reine Staudenmischpflanzung im Winter-             zustand, ohne Sonnenschein wäre dies eine sehr trostlose Fläche.                         Nicht viel besser sieht die gleiche Fläche aus, wenn auch  durch die stehengelassenen dürren Stauden die Fläche doch noch etwas gegliedert wird.

Bei der Umsetzung dieser Kriterien hören wir immer wieder einmal das Argument, wenn wir unseren Kunden den Bepflanzungsplan erörtern, dass es für sie nicht von Belang sei, ob im Winter etwas im Garten zu sehen ist oder eben nicht. "Wir sind ja im Winter nicht im Garten", sagen sie uns und dies stimmt sicher auch, aber selten überlegt jemand, dass wir ja täglich aus- und eingehen ins Haus – auch im Winter – und dies geschieht ja meistens durch einen Teil des Gartens hindurch. Aber auch im Haus drinnen haben wir ja Fenster, meist noch in grossen Dimension, die uns direkt freie Sicht in den Garten geben und so gesehen leben wir auch im Winter ein Stückweit mit dem Garten. Apropos Winter, sind sie sich bewusst wie lange der in unseren Gebieten dauert, wenn wir ihn einmal mit der Anzahl Monaten bestimmen, in denen die Gehölze ohne Laub dastehen. Sie werden es kaum glauben, aber es sind dies auch in unserer gemässigten Zone 5 Monate (Mitte November bis Mitte April), beinahe ein halbes Jahr und diese Zeit über wollen sie wirklich bloss eine braune, öde Gartenfläche als Hausumgebung haben?

Mit einer geschickten Verwendung von Stauden bleibt ein Garten aber auch in den – bei uns meist schneearmen – Wintermonaten ansprechend, ja sogar heimelig, wie sie dies anhand der eingestellten Winter Gartenbilder ersehen können.

Nebst dem meist vernachlässigten Winteraspekt bei Stauden, steht natürlich deren Blütenaspekt  im Mittelpunkt des Interesses. Denn der überaus grösste Teil der kultivierten Stauden wird ja wegen ihres Blütenwertes herangezogen, ob dies nun wegen der Form oder der Farbe der Blüte, oder wegen ihrer lang anhaltenden Blütezeit geschieht ist eine Frage des Vorranges von dem der sie  verwendet. Dass es aber auch viele Stauden gibt die mit ihrer Wuchsform, mit ihrer Blattfärbung oder anderseits mit der Struktur ihres Habitus eine Staudenpflanzung beleben wird oft viel zu wenig beachtet, wohl weil diese Eigenschaften viel weniger ins Auge springen als die Blütenwirkung. Genau darin liegt aber das lebendige einer Staudenpflanzung, dass sie sich im Laufe des Jahres so verändert, dass wir immer wieder überrascht und erfreut werden.

   
    Ein plastisches Beispiel dafür, wie sich der Jahreszeitenwechsel bei einer Staudenpflanzungen vollzieht, wird an den unten stehenden         6 Bildern deutlich sichtbar.
   
                     Hier nochmals das Winterbild welches weiter oben        unter Winteraspekte zu sehen ist. Die sichtbaren Stauden sind hier folgende: Dryas, Festuca, Carex albula, Saxifraga urb. 'C. Elliott', Armeria, Heuchera und Lavandula.

       Die ersten Vorfrühlingsboten, zaubern eine erste Blütenfreude                  in diesen Garten, es sind dies Primula vulgaris Typen und                            Chionodoxa forbesi

 

   
   
          
 Frühling: Die Silberwurz (Dryas) ist wieder egrünt, Sax. urbium     'C. Elliott', Armeria und am linken Bildrand Viola 'Blaulicht' sind in  voller Blüte und das Heuchera 'Caramel' zeigt seine roten Blätter.          Sommer: Das Blütenfest der Taglilien bestimmt das Bild, daneben              blüht, Heuchera 'Pink Power', Geranium sang. 'Ankum's Pride'                     und Lavandula  
   
   
 
        Spätsommer: Aus dieser Perspektive gesehen blüht     lediglich noch Limonium latifolium, trotzdem bleibt der Garten aber ansprechend, auch ohne Blüten.                    Herbst: Das Feuerwerk von Schizostylis 'Sunrise' ist überwältigend, daneben die neuen Blätter des                 Heuchera und Lavandula in schönem Kontrast.
   

Im Gegensatz dazu steht der Saisonflor, der vom Gartenneuling oft als ein die Stauden herabwürdigender Vergleich, herangezogen wird. Dieser, der Saisonflor, steht uns aber immer in gleicher Fülle vor Augen, so dass wir uns doch schnell einmal an die üppige Blüten- und Farbenfülle gewöhnen, weil sich in der Zeitdauer ihres Bestehens keine wesentliche Veränderung ereignet, so wird eine solche Fläche im Verlaufe der Zeit kaum mehr wirklich beachtet und verkommt dadurch zur Dekoration und verliert dadurch die Lebendigkeit, die anderen Pflanzen doch eigen ist. Auf Grund dieser Tatsache kann man eine Staudenpflanzung eben nicht mit jener einer Sommerflorpflanzung vergleichen.   

 
 
Stauden pur oder in Verbindung mit Gehölzen?
 

Für alle jene, die sich fragen was jetzt sinnvoller ist, Stauden pur zu pflanzen, oder diese mit Gehölzen zu vergesellschaften möchte ich aus meiner Erfahrung folgendes zu bedenken geben. Wie weiter oben schon einmal erwähnt, wirkt eine grössere Staudenbepflanzung ohne den Einbezug von einigen Gehölzen schnell einmal einförmig, da das strukturgebende Element, eben die Gehölze fehlen. Anstelle von Gehölzen können es jedoch auch grosse Steine oder Steinformationen sein, die der Pflanzfläche ein Gepräge geben, fehlt aber beides so nimmt man eine reine Staudenpflanzung wie ein buntes Feld wahr, welches ja kurzzeitig auch schön anzusehen ist, aber eben flächig wirkt und keine Gliederung aufweist. Dies ist auch mit ein Grund weshalb die heute so populären Staudenmischpflanzungen oft flächig und auch massig wirken, da dort die Gestaltung ja ausschliesslich mit Stauden erfolgt. Diese seit einigen Jahren aber immer beliebter werdenden Staudenmischpflanzungen zeigen vor allem während der Sommermonate eine üppige Fülle an Farben und Formen, die wirklich begeistern kann. Ist diese Fülle aber zu Ende des Sommers am abnehmen, so kommt dann immer mehr die zu Tage tretende, absterbende oder sich lagernde "Grünmasse" zur Wirkung und hinterlässt schlussendlich, nach dem Schnitt, der in sich zusammengebrochenen Stauden eine kahle Fläche zurück, deren Attraktivität bis hin zum nächsten Frühsommer wenig reizvolles zu bieten hat, einmal abgesehen von der kurzen Zeit des Frühjahrblütenfestes der Blumenzwiebeln.

   
                   
          Eine typisches Bild einer Mischpflanzung, hier "Indiansunset",
ein chaotisches Gemenge von Stauden mit dem Eindruck einer
Buntbrache, von Garten oder Gartenkultur ist hier nichts zu sehen.
           Eine sehr ansprechende Gestaltung verspricht hier die Mischung       "Sommerwind", nur stimmt dies nicht so genau, denn Aster 'Lutetia',       Veronica longif. und Eupat.'Chocolate' gehören nicht dazu, sind aber       vom Planer geschickt integriert worden, ebenso der Cornus mas.

Eine andere Richtung der Staudenverwendung, die auch immer mehr Anhänger findet, geht den umgekehrten Weg, das heisst möglichst nur wenig Staudensorten verwenden um einen sogenannten schlichten, ruhigen aber doch gehobenen Eindruck zu erreichen. Diese Tendenz geht soweit, dass ganze Gärten ausschliesslich mit einer Staudenart bepflanzt werden. Zugegeben, in mitten anderer Gärten mag dies auffallen aber das Wort schlicht ist da völlig falsch am Platz, besser wäre dafür die Bezeichnung phantasielos oder monoton.

   
    
              Effektvoll wirkt eine solche Pflanzung sicher, nur ist sie es nicht von sich aus, sondern bloss nur deshalb, weil wir sie erstens nicht gewohnt sind und zweitens weil sie im Gegensatz zu normalen Gärten steht.
 
 
 
 

 

    
      Neben dem monotonen Eindruck der von diesem Bild ausgeht,         ist dieser Teppich von Sedum hispanicum v. bittynicum                    obendrein noch alles andere als dauerhaft.       
 
 
    
     Auf den ersten Blick noch reizvoll, weil im frühen Morgenlicht          stehend, ist dieses Ährenfeld von Pennisetum, aber auf Dauer         so langweilig wie eine Kunstwiese mit Futtergras.

Zwischen diesen beiden Extremen, die beide dem Landschaftsgärtner insofern keine Mühe bereiten, da er kaum Pflanzenkenntnisse dafür benötigt, denn bei Mischpflanzungen muss ihm nur der Name der Mischung bekannt sein und für die zu bepflanzende Fläche muss er lediglich die Anzahl Quadratmeter beim Produzenten angeben. Bei der "schlichten" Variante wählt er sowieso  nur wenige oder bloss eine Pflanzenart aus, also auch hier benötigt er nur minimale Pflanzenkenntnisse, deren Wahl aber in den seltensten Fällen alle vorgegebenen Standortgegebenheiten abdecken kann.

Wie ganz anders wirkt dieses Bild im Gegensatz zu den oberen dreien.

Eine wirklich schlichte Schönheit mit Gräsern und Farnen in einem halbschattigen Gartenteil, durch den hindurch sich ein der Topografie angepasster Weg führt.

Zu sehen sind: Festuca ramondi, Deschampsia caes., Waldsteinia ternata und Dryopt.oreades

Unbefriedigend bleiben beide Varianten, aber auf einer anderen Grundlage, nämlich jener der Verbindung von Stauden mit Gehölzen ist es sehr wohl möglich eine übers ganze Jahr hin befriedigende Gartenlösung zu erreichen und dies nicht bloss für das Jahr nach der Pflanzung.

Unsere Bepflanzungsvorschläge richten sich nämlich immer wieder neu an den vorgefundenen Gegebenheiten und nach den Wünschen der Kunden aus und wir versuchen die Umgebung wenn immer möglich mit einzubeziehen um dem Garten ein harmonisches Ganzes zu verleihen. Jeder Auftrag wird neu angegangen und aus den Beurteilungen darüber wird eine eigens dafür erstellte Auswahl von Stauden vorgeschlagen also haben sie immer ein Unikat.

Sehen sie sich dazu die nachfolgenden Bilder von Gärten an, auf denen wir ihnen unsere Vorstellungen von Gärten, die nicht ausschliesslich nur Stauden umfassen, zeigen.

 
 
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